Neurofeedback


Viele Betroffene, die unter Depression oder chronischen Schmerzen leiden, fühlen sich den Symptomen ihrer Erkrankung ausgeliefert. Ebenso die Eltern von Kindern mit ADS oder ADHS, von autistischen Kindern oder Kindern, die unter einem Tic leiden. Die einzige Therapie, die Ihnen häufig angeboten sind, sind starke Psychopharmaka mit zum Teil erheblichen Nebenwirkungen.
Dabei wurde bereits in den 70er Jahren das therapeutische Verfahren des Neurofeedbacks intensiv erforscht und erste Studien belegten bereits damals den Erfolg des Verfahrens bei Epileptikern. Mit dem Aufkommen der Psychopharmaka geriet das Neurofeedback allerdings völlig in den Hintergrund. Seit einigen Jahren findet es einen neuen Platz in der Therapie. Derzeit wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft die weltweit größte Studie zur Wirksamkeit von Neurofeedback bei ADHS durchgeführt. Bislang ist die Wirksamkeit von Neurofeedback bei ADHS und Epilepsie am häufigsten erforscht und auch belegt.

Neurofeedback? Was ist das?

Hierbei werden mittels eines EEG´s (Elektroenzephalogramm) durch am Kopf befestigte Elektroden Hirnströme abgeleitet und deren Frequenzen auf einem Bildschirm sichtbar gemacht. Anhand der Frequenzbestimmung lässt sich der Aktivitätszustand des Gehirnes feststellen. Durch Computerberechnung werden diese umgerechnet und für den Patienten auf dem Monitor sichtbar gemacht. Dies ist Grundlage für das Therapieverfahren, bei dem der Patient sich auf ein am Bildschirm gezeigtes Objekt konzentrieren soll.

Dabei wird festgelegt in welchem Bereich sich das Objekt z.B. ein Flugzeug bewegen soll, damit eine angemessene Hirnaktivität vorliegt. Der Patient ist nun angehalten sich auf das Objekt zu konzentrieren und sein Gehirn in eine solche Verfassung zu versetzen, dass sich das Objekt in dem festgelegten Bereich bewegt. Wenn er dies schafft, wird am Bildschirm eine „Belohnung“, z. B. eine Sonne gezeigt. Somit gibt das auf dem Monitor sichtbare umgewandelte EEG des Patienten ein Feedback (Rückmeldung) über dessen Hirnaktivität. Der Patient lernt auf diese Weise, seine Hirnaktivität zu regulieren, also sein Gehirn entsprechend der geforderten Situation selbstständig zu aktivieren bzw. zu entspannen.

Diese angemessene Hirnaktivität erreicht der Patient durch wiederholtes Üben während der Neurofeedback-Therapie. Hierdurch kommt es automatisch zu einer Anpassung der Hirnfrequenzen, wodurch schwierige Situationen im Alltag selbständig bewältigt werden können. Der Leidensdruck für den Patienten läßt nach.

Warum Neurofeedback?

Ein Vorteil dieser Methode liegt darin, dass der Betroffene selbst etwas tun kann, um seinen geistig emotionalen Zustand zu beeinflussen. Durch die eigene Einflussnahme wird auch das Gefühl, ohnmächtig seiner Störung, wie AD(H)S oder einer starken Emotion ausgesetzt zu sein, gemindert. Zudem findet das Training auf eine angenehme, spielerische Weise statt. Die Patienten haben Spaß, und erreichen einen verbesserten Zustand auch ohne intellektuelle Steuerung der Emotionen. So kann das Verfahren hervorragend auch bei Kindern, bei autistischen oder behinderten Menschen eingesetzt werden. In den leichteren Fällen können Psychopharmaka gänzlich überflüssig werden. Es liegen auch wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweise generell für chronifizierten Schmerz vor, insbesondere für Migräne, Fibromyalgie und muskuläre Verspannungsschmerzen. Neurofeedback wird auch bei Angst- und Schlafstörungen eingesetzt.

Das bisherige Angebot an Neurofeedback in der Region ist stark begrenzt. Ab sofort wird nun auch in der Ergotherapeutischen Praxis von Georg Nitsch im Therapiezentrum Werl dieses schonende und vielversprechende Verfahren angeboten. Die Behandlung kann im Rahmen einer Verordnung für Ergotherapie oder als Selbstzahler abgerechnet werden.


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